Meldekarte Eichenprozessionsspinner — Deutschland 2026 (Saison beendet)

Datenstand:
aktive Meldungen | 618 Meldungen entfernt (z. B. behandelt, nicht mehr sichtbar, Falschmeldung oder Baum gefällt) | Meldesaison 2026 beendet — neue Meldungen ab April 2027 möglich

Meldesaison 2026 beendet. Die Karte bleibt einsehbar, neue Meldungen sind ab April 2027 wieder möglich.

Absperrband mit Aufschrift 'Vorsicht Eichenprozessionsspinner' an einem Eichenstamm in Berlin, Juni 2026
Berlin, Juni 2026 — Sperrzone an befallener Eiche

Saison 2027 — Kalender

Eichenprozessionsspinner überwintern als fertig entwickelte Larve im Ei, kälteunempfindlich bis −18 °C. Eine Bekämpfung ist erst nach dem Schlupf möglich, nur in einem kurzen Zeitfenster wirksam.

Neue Standortmeldungen auf dieser Karte: ab April 2027.

Entwicklungszyklus und Handlungsfenster, nach Behördenangaben
Zeitraum Was passiert / was sinnvoll ist Quelle
Winter (Dez.–März) Laubfreie Zeit, alte Nester und Eigelege an Eichen am besten sichtbar. Zeitpunkt für Kontrolle und fachgerechte Entfernung alter Nester durch Fachfirmen, vor Beginn der neuen Saison. LWF Bayern
April – Anfang Mai Schlupf der Raupen (1. und 2. Larvenstadium). Einziges Zeitfenster für wirksame biologische oder chemische Bekämpfung, Raupen haben noch keine Brennhaare. Umweltbundesamt
Ab 3. Larvenstadium (meist Mitte/Ende Mai–Juni) Brennhaare werden ausgebildet, Bekämpfung ab hier nicht mehr sinnvoll. Abstand halten, Bäume ggf. absperren, keine Eigenbekämpfung. Umweltbundesamt
Juli Verpuppung. Brennhaare bleiben in verlassenen Nestern gefährlich, werden vom Wind verteilt. Nester nicht eigenständig entfernen. MLEUV Brandenburg, 29.06.2026
Ende Juli – September Falterflug und Eiablage für die Saison 2028, 100–200 Eier im oberen Kronenbereich besonnter Eichen. Zyklus beginnt erneut.

Kenntnisstand öffentlich dokumentierter Behördenangaben, keine eigene fachliche Empfehlung von EPSRadar. Für eine Bekämpfung: Fachfirma oder zuständiges Amt kontaktieren, siehe Meldeweg.

Befall der zuständigen Behörde melden

Diese Karte dokumentiert Befälle. Sie ersetzt nicht die Meldung bei der zuständigen Behörde — je nach Standort des Baums ist das Ordnungsamt, Grünflächenamt, Forstamt oder Straßenbaulastträger zuständig. Nur dort kann eine Nestentfernung veranlasst werden.

Wer ist zuständig?
Öffentliches Grün
Parks, Straßen, Spielplätze, Schulen → Ordnungsamt oder Grünflächenamt der Gemeinde
Wald
Zuständiges Forstamt des jeweiligen Bundeslandes
Privatgrundstück
Eigentümer trägt Verantwortung. Fachfirma mit Schutzausrüstung beauftragen. Ordnungsamt trotzdem informieren — besonders wenn Nachbarn oder öffentliche Wege betroffen sind.
Bundesstraßen & Autobahnen
Zuständiger Landesbetrieb Straßen, z. B. Straßen.NRW, Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg, Autobahn GmbH des Bundes
Regionen mit eigenem Online-Meldeportal
Niedersachsen
NRW
Brandenburg
  • Maerker Brandenburg — maerker.brandenburg.de
    Allgemeines Bürgerportal, Kategorie „Tiere / Ungeziefer" — 129 Kommunen angeschlossen
Berlin
Alle anderen Bundesländer

Kein bekanntes Online-Meldeportal. Zuständig: Ordnungsamt der jeweiligen Gemeinde — im Zweifel über die Behördennummer 115 erreichbar.

Ergänzende Modellkarte

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) veröffentlicht eine phänologiebasierte Vorhersagekarte für den Eichenprozessionsspinner. Sie zeigt, in welchen Regionen die Flugzeit oder Raupentätigkeit modelliert erwartet wird — basierend auf Temperatursummen und Vegetationsdaten.

Diese Modellkarte ergänzt die Meldungen auf EPSRadar: Während hier echte Bürgermeldungen von konkreten Standorten gesammelt werden, zeigt der DWD die regionale Befallserwartung auf Modellebene. Beide Quellen haben unterschiedliche Aussagekraft.

Modellkarte des DWD aufrufen →

Warum tritt der EPS jetzt häufiger auf?

Der Eichenprozessionsspinner ist kein eingeschleppter Schädling. Er war immer hier. Lange kam er selten vor. Seit den 1990er Jahren tritt er in immer mehr Städten auf — früher im Jahr, weiter nördlich als zuvor.

Wärmere Frühjahre lassen Raupen und Laubaustrieb der Eichen zeitlich zusammenfallen — günstige Bedingungen für die Art. Was sich verändert hat, sind nicht die Tiere.

Behandlung hat Folgen

Alte Eichen sind Lebensraum für viele spezialisierte Arten. Werden befallene Bäume mit Insektiziden behandelt, verlieren viele von ihnen ihren Lebensraum. Artensterben findet nicht nur im Regenwald statt.

Der Klimawandel begünstigt nicht nur die Ausbreitung des EPS — er setzt Eichenwälder insgesamt unter Druck: durch häufigere Trockenperioden, veränderten Schädlingsdruck und verschobene Konkurrenzverhältnisse. Was als Einzelphänomen erscheint, ist Teil eines größeren Musters.